Betrieb und Kontrolle
Trikotkonfigurator kaufen, bauen lassen oder ganz abgeben
Drei Angebote, nur eines mit Preis: Trikotkonfigurator selbst bauen lassen, kaufen oder abgeben, und wer danach über Kader und Grenzfälle entscheidet.
Read this article in EnglishAuf Martins Schreibtisch liegen drei Angebote für dieselbe Sache. Nur eines trägt einen Preis: 65 Euro im Monat, monatlich kündbar.
Das erste ist eine Produktseite aus einem Plugin-Store. Das zweite kommt von einer Agentur, die gern ein Gespräch anbietet, aber keinen Tagessatz nennt. Das dritte kommt von einem Full-Service-Dienstleister, der neben der Eingabemaske gleich Shop, Veredelung, Retouren und Kundenservice übernehmen würde. Einen Preis veröffentlicht er nicht.
Martin leitet das Merchandising eines Vereins und soll sich für einen dieser Wege entscheiden. Ausgedacht ist hier nur Martin. Seine drei Angebote stehen so öffentlich im Netz.
Die übliche Frage lautet "Kaufen oder bauen". Sie lässt den dritten Weg aus, obwohl er bei deutschen Profiklubs seit Jahren läuft und öffentlich dokumentiert ist.
Der Preis entscheidet den ersten Tag. Jedes weitere Jahr entscheidet, wer etwas ändern darf. Martin geht die Angebote der Reihe nach durch. Er beginnt mit der einfachsten Frage: Welches nennt überhaupt einen Preis?
Kaufen hat als einziger Weg ein Preisschild
Ganz unten liegt das Grundgerüst im Shopsystem. Zu seiner Erweiterung "Custom Products" schreibt Shopware, es werde keinen Nachfolger geben, denn die Funktionen stecken bereits in Shopware 6. Ein Support-Hinweis ordnet sie der Professional Edition zu. Welche Edition ein Verein fährt, entscheidet also schon über die erste Zeile der Rechnung.
Darüber liegen fertige Konfiguratoren für Shopware und für Shopify. Martin trägt sie in eine Tabelle ein: fünf Zeilen, ein fehlender Preis.
| Angebot | Preis | Was die Seite nennt |
|---|---|---|
| Shopware "Custom Products" | 30 Euro im Monat | personalisierte Produktkonfiguration |
| neonlines Konfigurator | 65 Euro im Monat | Textfelder, Zahlfelder, Echtzeit-Preise |
| Neon One Trikot-Konfigurator | kein Preis veröffentlicht | Live-Vorschau, dynamische Aufpreise |
| FlocApp Pro, Shopify | 89 US-Dollar im Monat | "moderate custom designs (restricted words, character limits)" |
| FlocApp Expert, Shopify | 139 US-Dollar im Monat | zusätzlich die Kassen-App |
So stehen alle fünf Zeilen auf den Produktseiten der Anbieter. Wie die Preismodelle dahinter arbeiten, von der Pauschale bis zur Umsatzbeteiligung, zeigt der Vergleich der Preismodelle.
Das Plugin ist schnell verglichen. Beim zweiten Angebot fehlt schon die erste Zahl.
Agenturbau heißt verhandeln ohne Referenzpreis
Keine der Agenturen in diesem Vergleich veröffentlicht einen Tagessatz. Eine nennt wenigstens eigene Erfahrungswerte, und bei denen zählt die Spannweite, nicht die Einzelzahl:
- 110 bis 180 Euro netto pro Stunde für professionelle Shopware-Agenturen
- 15.000 bis 35.000 Euro für ein kleines Projekt
- 35.000 bis 90.000 Euro für den Mittelstand
- 500 bis über 5.000 Euro im Monat für den laufenden Betrieb
Die Münsteraner Agentur onacy datiert diese Spannen auf Juni 2026. In ihrer Übersicht zu den Shopware-Kosten heißen sie "Erfahrungswerte aus realen Agenturprojekten". Wie sie erhoben wurden, steht nicht dabei. Martin verhandelt also ohne Referenzpreis, und die Agentur auf der anderen Seite des Tisches ebenso.
Offen bleibt auch, wer nach dem Start etwas ändert. Die Agentur Neon One hat den Shop der Rhein-Neckar Löwen gebaut. Für die Zeit danach schreibt sie, sie könne "notwendige Anpassungen schnell umsetzen". Die Agentur tante-e beziffert ihr Ergebnis beim 1. FC Union Berlin mit "0% Agenturabhängigkeit bei Pflege des Shops & Konfigurators". Die Zahl steht in ihrer eigenen Fallstudie und ist unabhängig nicht bestätigt.
Martin notiert sich deshalb eine Frage für das Gespräch: Wer löst die Anpassungen aus, und wer bezahlt sie? Beides gehört in den Vertrag.
Bleibt das dritte Angebot. Was gibt ein Verein dort eigentlich ab?
Abgeben heißt auswählen, nicht umschalten
Die 004 GmbH nennt sich "Full-Service Dienstleister" und übernimmt Shop, Logistik, Kundenservice und Finanzbuchhaltung. Im Profisport ist das keine Randlösung. Auf ihrer Referenzseite stehen neun Klubs mit Jahresangabe:
- 1. FC Köln (2003), Fortuna Düsseldorf (2019), Hamburger SV (2021)
- SC Freiburg, SV Darmstadt 98, Bayer 04 Leverkusen (alle 2024)
- 1. FC Kaiserslautern (Juni 2025), FC Augsburg, VfL Gummersbach (2026)
Bei allen neun steht Veredelung und Personalisierung im Leistungsblock Fulfillment. Spannender ist das Innenleben der Liste. Fünf Klubs nehmen zusätzlich die E-Commerce-Plattform samt Shop Management und Customer Care, vier davon auch die Finanzbuchhaltung, Freiburg nicht.
Die Leistungen sind also einzeln buchbar. "Abgeben" ist kein Schalter, sondern eine Liste, aus der ein Verein auswählt.
Am anderen Ende derselben Achse kostet der Shop gar nichts. Fan12 baut Vereinsshops "absolut kostenlos" und führt Design, Produktion, Lagerung und Versand gleich mit. Unter den Vorteilen steht: "Neben einer Umsatzbeteiligung verbessert ihr eure Außendarstellung und werdet professioneller". Einen Prozentsatz nennt die Seite nicht. Das ist ein anderes Marktsegment, aber die Achse ist dieselbe: Kosten runter, Anteil am Umsatz runter, Kontrolle runter.
In der Schweiz läuft der Fanshop von Yverdon Sport nicht auf der Vereinsdomain, sondern im eShop unter yverdonsport.onisswiss.ch. Für keinen dieser Anbieter steht ein Preis im Netz.
Martin hat jetzt drei Spalten vor sich. Vor der Entscheidung macht er noch eine Gegenprobe.
Alle drei beschreiben das Feld, keines die Entscheidung
Er nimmt einen Grenzfall: ein Wort im Namensfeld, das der Verein nicht auf seinem Trikot sehen will, aber auch nicht klar ablehnen kann. Dann sucht er in allen drei Angeboten die Stelle, an der jemand darüber entscheidet.
Kader, Aufpreise, Flockmaterial und Retoure bleiben beim gekauften Plugin und beim Agenturbau im Haus. Beim abgegebenen Betrieb gehen Shop, Veredelung, Retouren und Kundenservice hinaus. Die Entscheidung, ob ein Wunschname durchgeht, geht nirgends mit. Keine der geprüften Produktseiten beschreibt sie.
Weder der Kader noch diese Entscheidung braucht einen neuen Shop. Beide brauchen eine vierte Spalte, in der sie stehen bleiben. Wie das aussieht, zeigt der Tag, an dem ein Spieler geht.
Die vierte Spalte hält fest, was bestellt wurde
Am 1. September wechselt ein Spieler. Ein Name muss aus dem Katalog, eine Nummer wird frei, und laufende Bestellungen tragen noch den alten Namen. Beim gekauften Plugin liegt der Handgriff im eigenen Adminbereich. Beim Individualbau liegt er dort, wo der Vertrag ihn hingelegt hat. Beim abgegebenen Betrieb entscheidet der Vertrag, wie schnell Martins Verein an diesem Tag drankommt.
Genau hier arbeitet kit.ink, neben dem Shop und nicht an seiner Stelle. Saisons, Trikots, Farbvarianten, Größenläufe, Drucke, Hilfslinien und Kaderlisten richten Vereinsmitarbeiter selbst ein, auf Deutsch, Englisch und Französisch. Am 1. September liegt der Handgriff damit im eigenen Adminbereich des Vereins, an dem Tag, an dem er gebraucht wird. Das 3D-Trikot und die Anbindung an den Shop richtet kit.ink gemeinsam mit dem Verein ein.
Und die Bestellungen, die schon laufen? Beim Legen in den Warenkorb schreibt kit.ink die genaue Trikot-Ausgabe fest: jeden Druck, die Größe und die verwendeten Bilder und Schriften. Festgehalten wird auch, ob Name und Nummer einer Person aus dem Kader entsprechen und ob der Fan sie ausgewählt oder getippt hat. Eine spätere Änderung im Katalog verändert diese Bestellung nicht. Schrift und Bild, die sie nutzt, lassen sich nicht löschen, solange sie lebt.
Ein Produktionssystem bekommt eine Personalisierung erst zu sehen, wenn ihr Zustand das erlaubt. Jeden Abruf hält kit.ink fest, den erlaubten wie den verweigerten. Die Druckunterlagen entstehen im Moment der Freigabe und bleiben unverändert erhalten.
Ruft vier Wochen später ein Kunde an und reklamiert, zeigt eine Zeitleiste je Personalisierung jede Eingabe, jede Entscheidung und jeden Abruf, mit Person und Zeitpunkt, auch jeden abgewiesenen Versuch. Diese Zeitleiste ist für den Verein und für kit.ink da, und sie enthält nie den Namen, der auf dem Trikot stand. Was ein solcher Streitfall kostet, steht im Artikel über falsche Beflockung.
Bleibt der Grenzfall aus Martins Gegenprobe.
Der Grenzfall wartet auf einen Menschen
Für das unklare Wort im Namensfeld kennt eine harte Sperrliste nur zwei Ausgänge: durch oder abgelehnt. Wer diesen Fall beim abgegebenen Betrieb entscheidet, steht in keinem der geprüften Angebote.
Wer den Ablauf abgibt, gibt die Verantwortung dafür nicht mit ab. Medien und Öffentlichkeit fragen weiterhin den Verein, und am Ende Martin. Drei Fragen gehören deshalb in den Vertrag: Wer entscheidet, nach welcher Regel, und wo steht die Entscheidung hinterher?
Bei kit.ink läuft ein Trikot ohne Auffälligkeit ohne Menschen durch, und das ist der normale Weg. Den unklaren Namen und die unklare Nummer hält kit.ink an, statt sie pauschal abzulehnen. Ein angehaltener Fall wartet, bis ein Mensch entscheidet. Läuft Zeit ab, gibt ihn niemand automatisch frei, und solange er liegt, bekommt ihn kein Produktionssystem zu sehen. Was ein Shop vorher selbst heruntergeladen hat, liegt außerhalb dieser Sperre. Ein Verein kann außerdem fest vereinbaren, dass bei ihm immer ein Mensch entscheidet.
Wer entscheidet, sieht den Wert, die Regel, die angesprungen ist, ihre Schwere und wie lange der Fall schon wartet. Den Grund muss er aus einer festen Liste nennen. Der Fall ist damit kein Ticket, sondern ein Vorgang mit Namen und Zeitpunkt.
Die Entscheidung bleibt danach erhalten, für diesen Verein. Taucht derselbe Text wieder auf, legt kit.ink ihn sofort erneut vor, mit Datum und Grund der früheren Ablehnung. Eine frühere Freigabe gibt dagegen nie von allein etwas frei, und der Wortlaut des alten Falls erscheint dabei nirgends.
Auch diese Prüfung hat Grenzen. Geprüft wird Text: Namen, Nummern, freie Eingaben. Gedruckte Formen und Bilder bleiben außen vor. Welche Regeln gelten, schaltet kit.ink, und eine neue Regel läuft erst still mit und zeigt, was sie getroffen hätte. Die Wortlisten decken achtzehn Sprachen ab, Deutsch und Englisch am tiefsten. Gefunden wird trotzdem nur, was jemand vorher auf eine Liste gesetzt hat. Deshalb kommen auch unauffällige Trikots stichprobenweise zu einem Menschen, der nicht erfährt, was die Prüfung gedacht hat.
Damit kehrt Martin an seinen Schreibtisch zurück, jetzt mit einer vierten Spalte.
Im zweiten Jahr entscheidet die Kontrolle
Dort liegen weiterhin drei Angebote. Eines nennt einen Preis, zwei nicht. Alle drei beschreiben dasselbe Eingabefeld, und keines den Fall, der weder klar in Ordnung noch klar abzulehnen ist.
Am ersten Tag trennt die drei Wege der Preis. Ab dem zweiten Jahr trennt sie, wer den Kader ändern darf, wer den Grenzfall entscheidet und wo diese Entscheidung nachlesbar steht. Prüf die Angebote deshalb an dieser Stelle, nicht an der Funktionsliste. Wer welche Shops heute betreibt, ordnet der Betreiber-Überblick ein. Einen Fragenkatalog für das Gespräch enthält die Prüfliste für Anbieter.
Martin legt das Angebot für 65 Euro nicht weg. Er legt nur eine Frage daneben, und neben dieser Frage ist kaufen, bauen lassen oder ganz abgeben die kleinere Entscheidung.
kit.ink ersetzt keinen Shop. Kasse, Zahlung, Rückerstattung, Kundenkommunikation und Druckpartner bleiben genau dort, wo sie sind. Verantwortlich ist kit.ink für die Gestaltung des Trikots, die Prüfung, den vollständigen Verlauf und die Druckunterlagen, sonst nichts. Mit einem Fan rechnet kit.ink nie ab und nimmt kein Geld entgegen.
Wer die eigene Aufstellung einmal von außen durchgehen möchte, egal welche der drei Spalten heute zutrifft: hier geht es zu einem kurzen, unverbindlichen Gespräch.
Alle zitierten Seiten haben wir am 6. August 2026 abgerufen, die Seiten von tante-e und der 004 GmbH am 22. September 2026.