Betrieb und Kontrolle

Trikotkonfigurator Kosten: die Preismodelle im Vergleich

Trikotkonfigurator Kosten im Vergleich: Flatrate, Staffel, Prozent vom Umsatz, Individualbau. Und die Rechnung, die in der stärksten Verkaufswoche zählt.

Veröffentlicht am 9 Min. Lesezeit
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Lukas hat zwei Produktseiten offen, beide von fremden Vereinen. Im FohlenShop von Borussia Mönchengladbach kostet ein Spielerflock 14,95 €, ein individueller Flock 16,95 €. Beim FC St. Gallen kosten beide Varianten CHF 30.00. Jeder Fan sieht diese Zahlen, bevor er bezahlt.

Lukas sucht eine andere Zahl. Was kostet die Software, die diese Eingabe entgegennimmt? Die steht nirgends daneben.

Lukas haben wir uns ausgedacht, seine Suche nicht. Er kümmert sich um den Onlineshop eines Vereins und soll vor dem nächsten Trikotstart eine Software für Wunschnamen auswählen. Zwei Preise hat er sich schon notiert: 30 € im Monat für das eine Angebot, 59 US-Dollar plus Prozente für das andere.

Über die Rechnung entscheidet das Preismodell, nicht der Name darauf. Vergleichbar werden Angebote erst mit einer Summe: dem Betrag, den der Vertrag in der stärksten Verkaufswoche kostet. Diese Summe steht auf keiner Preisseite. Lukas muss sie selbst ausrechnen, und er beginnt mit den Zahlen, die öffentlich sind.

Der Flockpreis steht da, der Softwarepreis fehlt

Zwei Produktseiten, zwei Preislogiken für denselben Flock:

Verein Trikot Spielerflock Wunschflock
Borussia Mönchengladbach Authentic "Home" 2026/27, 144,95 € +14,95 € +16,95 €
FC St. Gallen Drittes Trikot 26/27, CHF 100.00 +CHF 30.00 +CHF 30.00

Gladbach trennt auf der Produktseite des Heimtrikots Spieler- und Wunschflock im Preis. St. Gallen tut das auf der Seite zum dritten Trikot nicht und führt beide dort unter "Ohne / Spieler / Individuell".

Über 66 Fanshops streuen diese Beträge weit, von 0 € für den Spielernamen bis 30 Franken für den Wunschnamen, wie die Bestandsaufnahme zeigt. Lukas nimmt die Gladbacher Preise als Maßstab. Eine Flatrate von 30 € im Monat entspricht dann zwei Wunschflocks, ein Tarif für 89 US-Dollar etwa fünf.

Die andere Seite des Preises ist schwerer zu finden. Wir haben jede Preisseite einzeln aufgerufen und gelesen, und keine davon stellt die Angebote nebeneinander. Für den Anbieter ist das vernünftig, denn ein Individualbau hat keinen Listenpreis.

Die Lücke ist also nicht zufällig. Veröffentlichte Preise gibt es durchaus, aber jeder Anbieter nennt sie nur auf der eigenen Seite. Wer trotzdem vergleichen will, vergleicht deshalb keine Anbieter, sondern Logiken.

Vier Preislogiken, zwei ohne Blick auf den Verkauf

Hinter den veröffentlichten Angeboten stehen vier Preislogiken. Die rechte Spalte ist die entscheidende:

Logik Beispiel Preis (veröffentlicht) Bei einem starken Trikotstart
Feste Gebühr Shopware Custom Products 30 €/Monat bleibt gleich
Nach Funktionsumfang gestaffelt FlocApp 89 $ oder 139 $/Monat springt nur beim Tarifwechsel
Grundgebühr plus Anteil am Umsatz Zakeke, Kickflip ab 59 $/Monat plus Prozentsatz wächst mit jedem verkauften Trikot
Individualbau Agentur kein Preis veröffentlicht einmalig hoch, danach laufende Wartung

Shopwares eigene Erweiterung "Custom Products" kostet 30 Euro im Monat oder 300 Euro im Jahr. Dieselbe Seite kündigt an, dass es keinen Nachfolger geben wird, weil die Funktionen bereits in Shopware 6 stecken.

Der Shopware-Store listet außerdem einen Produkt-Konfigurator der neonlines GmbH für 65 Euro im Monat. Diese Erweiterung ist allgemein gehalten: Die Referenzen zeigen Zuschnittware und Maßanfertigungen, keine Trikots.

Die Mannheimer Agentur Neon One beschreibt auf ihrer eigenen Seite einen Trikot-Konfigurator für Shopware. Die Seite nennt Live-Vorschau, Aufpreise für Flocks und Abzeichen sowie zwei Referenzvereine, aber keinen Preis. Der allgemeine Konfigurator veröffentlicht seinen Preis also, der trikotspezifische nicht.

Eine Ausnahme gibt es. FlocApp ist die Shopify-App des französischen Anbieters WEBQAM, ausdrücklich auf Trikotflock zugeschnitten. Die Preise stehen trotzdem öffentlich: 89 US-Dollar im Monat im Tarif "Pro", 139 US-Dollar im Tarif "Expert". Beide Tarife sind Festpreise ohne Umsatzbeteiligung.

Alle drei Preise sind fest. Die Rechnung bleibt gleich, ob der Verein zehn oder zehntausend Trikots verkauft, und sie springt nur beim Tarifwechsel. Dafür ist jedes der drei Angebote an eine Handelsplattform gebunden. Und was mit einer unklaren Eingabe geschieht, nachdem der Shop sie erfasst hat, beschreibt keine der drei Seiten.

Lukas merkt sich diese Lücke für später. Das zweite Angebot auf seinem Zettel funktioniert ohnehin anders: Dort steht der Preis nicht im Vertrag, sondern im Verkauf.

Prozentgebühren wachsen mit jedem Trikot

Zwei Anbieter kombinieren eine monatliche Grundgebühr mit einem Anteil am Umsatz. Zakeke berechnet je nach Tarif 69,90, 129,90 oder 299,90 US-Dollar im Monat. Dazu kommen 1,9, 1,7 oder 1,5 Prozent, und der Prozentsatz sinkt, wenn der Tarif steigt.

Kickflip verlangt 59 US-Dollar im Monat und nennt daneben "1.95% to 0% per custom product sold" (1,95 bis 0 Prozent je verkauftem individualisiertem Produkt). Die Umsatzstufen hinter dieser Staffel veröffentlicht die Seite nicht.

Das klingt fair: niedrige Fixkosten, und wer wenig verkauft, zahlt wenig. Als Bezug nennen beide Seiten das verkaufte Produkt. Zakeke schreibt "transaction fee only on sold products via Zakeke", Kickflip "per custom product sold". Ob der Prozentsatz auf den Aufpreis oder auf das ganze Trikot fällt, steht auf keiner der beiden Preisseiten.

Der Unterschied ist groß, und Lukas rechnet ihn am Gladbacher Trikot nach. Auf 144,95 € sind 1,9 Prozent 2,75 €. Der Flock-Erlös beträgt 16,95 €, die Gebühr macht also rund 16 Prozent der Personalisierung aus. Auf den Aufpreis allein gerechnet wären es 32 Cent. Frag deshalb vor der Unterschrift nach der Bemessungsgrundlage.

In der Schweiz liegt das Verhältnis anders. Auf ein Trikot für CHF 100.00 sind 1,9 Prozent CHF 1.90, gut sechs Prozent des Flock-Erlöses. Wer in beide Länder verkauft, rechnet mit zwei Verhältnissen.

Die Menge steht vor dem Trikotstart nicht fest, der Prozentsatz schon. Lukas rechnet deshalb nicht mit dem Durchschnittsmonat, sondern mit der stärksten Woche.

Die stärkste Woche ist die Rechengröße

Auf Lukas' Zettel stehen die Monatsbeträge: 30 € gegen 59 US-Dollar plus Prozente. Der Prozentsatz wirkt klein, und im Durchschnittsmonat ist er es auch. Nur ist der Durchschnittsmonat nicht der Monat, in dem der Vertrag weh tut.

Die Rechnung, die zählt, braucht drei Zahlen, die jeder Verein schon hat: die Stückzahl der stärksten Woche der letzten Saison, den Trikotpreis und den Flockpreis. Daraus werden zwei Beträge, die Softwaregebühr dieser Woche und der Flock-Erlös derselben Woche. Beide Beträge nebeneinander sind der eigentliche Vergleich.

Lukas spielt das mit den veröffentlichten Sätzen und dem Gladbacher Trikotpreis durch. Angenommen, sein Verein verkauft in der ersten Woche nach dem Trikotstart 3.000 personalisierte Trikots zu je 144,95 €. Die Stückzahl ist eine Annahme, kein gemessener Wert. Das sind 434.850 € Umsatz und 50.850 € Flock-Erlös in einer Woche.

Dieselbe Woche, drei Preismodelle:

  • 1,5 Prozent, der niedrigste Satz in diesem Vergleich: 6.522,75 € zusätzlich zur Monatsgebühr.
  • 1,95 Prozent, der höchste Satz: 8.479,58 €.
  • Flatrate: 30 € oder 65 €, unverändert.

8.479,58 € Gebühr stehen damit 50.850 € Flock-Erlös gegenüber. Ein Sechstel dessen, was die Personalisierung in dieser Woche einbringt, geht an die Software.

Eine Transaktionsgebühr ist genau in der Woche am höchsten, auf die ein Trikotstart zielt.

Für jeden Shop gilt diese Rechnung allerdings nicht. Wer wenige Flocks im Jahr verkauft, zahlt am Prozentsatz kaum etwas, und dann entscheidet allein die Grundgebühr. Die Rechnung braucht außerdem eine erste Zahl, und bei der Hälfte der Anbieter fehlt genau die.

Drei Zeilen machen Angebote vergleichbar

Manche Anbieter veröffentlichen gar keinen Preis. Auf der Produktseite von Kit Builder steht keine einzige Zahl. Sie verweist auf eine gesonderte Seite, die dieser Vergleich nicht ausgewertet hat. Auch auf der Seite für Individualentwicklung von Neon One steht weder ein Tagessatz noch ein Projektpreis.

Ein Dritter nennt wenigstens Richtwerte:

  • Stundensätze: 110 bis 180 Euro netto für Agenturen, 70 bis 120 Euro für Freiberufler.
  • Projekte: 15.000 bis 35.000 Euro einfach, 35.000 bis 90.000 Euro im Mittelstand, 90.000 bis über 250.000 Euro für komplexe B2B-Vorhaben.
  • Laufender Betrieb: 500 bis über 5.000 Euro im Monat.

Die Zahlen stehen in einem Dienstleisterblog zum Thema Shopware. Er weist sie als Erfahrungswerte aus eigenen Agenturprojekten mit dem Stand Juni 2026 aus. Ein Angebot sind sie nicht, und weder Methode noch Stichprobe sind offengelegt. Lukas liest sie deshalb vorsichtig. Zur Einordnung: 15.000 €, das untere Ende der Projektspanne, entspricht rund 885 Wunschflocks zum Gladbacher Preis.

Teurer ist ein Angebot ohne Preisseite deshalb nicht. Es ist nur unvergleichbar, bis es dieselben Zeilen nennt. Drei Zeilen genügen: der feste Betrag pro Monat, der Anteil am Umsatz in Prozent und die Summe, die beides in deiner stärksten Woche ergibt.

Beim Individualbau wiederholt sich vor allem die letzte Zeile, der laufende Betrieb. Die Wartung trägt danach der Verein selbst oder dieselbe Agentur. Die Frage davor behandelt ein eigener Artikel zu kaufen oder bauen lassen.

Drei Zeilen klären also, was ein Angebot kostet. Was es abdeckt, klären sie nicht.

Der Zuschnitt steht auf keiner Preisseite

Damit zurück zu der Lücke, die Lukas sich gemerkt hat. Keine Preisseite in diesem Vergleich sagt, was mit einer unklaren Eingabe nach der Erfassung geschieht. Der Preis steht also fest, bevor klar ist, wofür er gilt.

An dieser Zeile werden zwei Angebote mit demselben Monatsbetrag zu zwei verschiedenen Produkten:

  • Das eine nimmt einen Namen entgegen und legt ihn ab.
  • Das andere entscheidet, ob er in die Produktion darf.

kit.ink hält einen unklaren Namen oder eine unklare Nummer für eine menschliche Entscheidung zurück, statt sie pauschal abzulehnen. Solange die Eingabe liegt, kann kein Produktionssystem sie lesen.

Die Grenze gehört daneben. Diese Prüfung liest Text. Gerenderte Formen, Bilder und Sponsoren- oder Wettbewerbsregeln sieht sie nicht, und sie deckt genau die Regeln ab, die ein Mensch aktiviert hat. Mehr dazu in einem eigenen Artikel über Prüfen statt Blockieren.

Der Zuschnitt daneben ist enger, als die Kategorie vermuten lässt. Kasse, Zahlung, Rückerstattung, Kundenkommunikation und Druckpartner bleiben genau dort, wo sie sind. kit.ink verantwortet, was auf dem Trikot steht, und den Weg dieser Angaben in die Produktion. Sonst nichts.

Für einen Shop, in dem nur Spielernamen von einer festen Liste auf das Trikot kommen, bleibt diese Zeile im Angebot fast leer. Sie füllt sich mit dem freien Textfeld.

Bleibt die eine Zahl, die auf keiner der Preisseiten steht.

Eine Zahl entscheidet vor der Unterschrift

Lukas schaut noch einmal auf die Gladbacher Produktseite: 14,95 € und 16,95 €. Was daneben nicht steht, entscheidet der Vertrag. Bei einer Flatrate bleibt die Rechnung gleich, wenn ein Trikotstart gut läuft. Bei einer Transaktionsgebühr wächst sie mit jedem verkauften Trikot.

Diese Summe, gerechnet auf die stärkste Woche der letzten Saison, nennt keine Preisseite von sich aus. In ein Angebot kommt sie, wenn Lukas danach fragt. Das Preismodell entscheidet, nicht der Preis.


Flockpreise wie die 14,95 € und 16,95 € in Gladbach kassiert der Verein, in seinem Shop, mit seinem Zahlungsdienstleister. kit.ink rechnet nie mit einem Fan ab und nimmt keine Zahlung entgegen. Einen eigenen Preis nennt kit.ink hier nicht, denn diese Seite vergleicht fremde Preisseiten und ist kein Angebot.

Wer den eigenen Trikot-Workflow einmal mit dieser Frage im Kopf durchgehen will, findet hier den Weg zu einem kurzen, unverbindlichen Gespräch.

Alle zitierten Seiten haben wir am 6. August 2026 abgerufen, die Preisseiten von Zakeke und Kickflip am 22. September 2026. Die Gladbacher Produktseite haben wir an diesem Tag ein zweites Mal gelesen.